Daten & Tarife

Kennzahlen, Daten und Statistiken zeigen die eindrücklichen Dimensionen der Spitex. Sie zeigen etwa wie viele Klientinnen und Klienten die Spitex betreut, wie viele Mitarbeitenden im Einsatz sind und wie viele Stunden diese leisten. Solche Daten bilden zugleich eine wichtige Grundlage für die Verhandlung der Tarife.

Einheitliche Finanzierung (EFAS)
 

Im November 2024 hat das Stimmvolk sich für die einheitliche Finanzierung (EFAS) ambulant-stationär, auch für die Pflege entschieden. Das bedeutet: Pflegeleistungen werden per 2032 über Tarife abgegolten, die zwischen Versicherern und Leistungserbringern ausgehandelt werden. Dazu braucht es eine solide Datengrundlage zu den Kosten der Leistungen der Spitex.

Warum ist EFAS für die Spitex wichtig? 
EFAS verbessert die Qualität und Fairness des Gesundheitssystems, indem es: 

  • falsche finanzielle Anreize reduziert, die heute teilweise einen Eintritt ins Pflegeheim begünstigen, anstatt den Verbleib zu Hause zu ermöglichen;
  • ambulante Behandlungen fördert;
  • die Koordination zwischen den Leistungserbringern sowie die Kostentransparenz stärkt;
  • die Rahmenbedingungen für Spitex-Organisationen und Pflegefachpersonen verbessert.

Was ändert EFAS in der Gesundheitsfinanzierung?
Ein einheitlicher Finanzierungsschlüssel 
Die Kantone übernehmen künftig mindestens 26.9% der OKP-Kosten, während die Versicherer höchstens 73.1% tragen. 

Tariforganisation 
Gemäss dem neuen Art. 47a KVG schaffen die Verbände der Leistungserbringer und der Versicherer gemeinsam mit den Kantonen in jedem Bereich eine Organisation, welche: 

  • die Tarifstrukturen entwickelt, anpasst und weiterführt,
  • die erforderlichen Daten bewirtschaftet,
  • die Genehmigungsunterlagen für den Bundesrat vorbereitet.

Zeitplan der Umsetzung 

  • Ab dem 1. Januar 2028: EFAS tritt für die ambulanten und stationären medizinischen Leistungen in Kraft.
  • Ab dem 1. Januar 2032: EFAS gilt für die Leistungserbringer der Pflege, darunter:
    • Pflegeheime,
    • Spitex-Organisationen,
    • selbstständige Pflegefachpersonen

Zu diesem Zeitpunkt treten eine einheitliche Tarifstruktur sowie eine landesweit einheitliche Kostenrechnungsmethodik in Kraft. 

Regulatorischer Prozess 
Die entsprechenden Bundesratsverordnungen gehen im 2. Quartal 2026 in die Vernehmlassung. 

Die Rolle von Spitex Schweiz
Spitex Schweiz engagiert sich aktiv in der Umsetzung von EFAS, um sicherzustellen, dass die Besonderheiten der ambulanten Pflege angemessen berücksichtigt werden. 

Unsere Aufgaben umfassen insbesondere: 

  • die Mitarbeit in Arbeitsgruppen mit dem Bundesrat, den nationalen Verbänden der Leistungserbringer, den Kantonen und den Versicherern;
  • die Mitgestaltung der zukünftigen Tarifstruktur;
  • die Kommunikation mit den Mitgliedern zu den Entwicklungen rund um EFAS.

Änderungen des KVG BBl 2024 31 - Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) (Einheitliche Finanzierung der Leistungen) | Fedlex 

Informationen des BAG zur einheitlichen Finanzierung: Volksabstimmung zur Änderung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) (Einheitliche Finanzierung der Leistungen) 

EFAS - Daten als wichtige Grundlage

Die Grundlage für die Datenerfassung ist das Finanzmanual. Wichtig sind eine sachgerechte und einheitliche Erfassung sowie die Qualität der Daten. Bedeutung der Kostenrechnung nimmt zu, einheitliche Standards gemäss Vorgaben Finanzmanual.

Aktuell sind bei Spitex Schweiz umfangreiche Vorbereitungsarbeiten zu EFAS am Laufen. Drei Themenfelder stehen im Zentrum:

Themenfeld Governance

  • Es geht um den Aufbau einer Tariforganisation gemäss Art. 47a KVG. Dazu müssen Rechtsform, Vertretungen und Stimmgewichte der beteiligten Verbände definiert, Statuten und Reglemente ausgearbeitet, sowie die Finanzierung, der organisatorische Aufbau und der Betrieb der neuen Struktur geregelt werden.

Themenfeld Tarifierungsgrundsätze

  • Hier wird eine zeitgemässe und transparente Tarifstruktur entwickelt. Dabei stehen sowohl die grundlegende Art der Tarifierung, als auch die Berücksichtigung von Bedarfserhebungen, Diagnosen, Wegzeiten und Spezialleistungen im ambulanten wie im stationären Bereich im Fokus.

Themenfeld Leistungs-, Kosten- und Finanzierungstransparenz

  • Hier soll eine valable und vergleichbare Datengrundlage sichergestellt werden, indem die benötigten Daten definiert, Methodik und Umfang festlegt und die Anforderungen an die Datenqualität präzisiert werden.

Spitex-Statistik

Die nationale Spitex-Statistik des Bundesamts für Statistik (BfS) liefert jährlich zentrale Zahlen zur ambulanten Pflege und Betreuung in der Schweiz. Die Statistik zeigt Entwicklungen bei Klientinnen und Klienten, beim Personalbestand, bei den Leistungsstunden sowie bei der Finanzierung.

Kennzahlen BAG

Die Kennzahlen zur Krankenpflege und Hilfe zu Hause geben einen Überblick über Aufenthalte, Klientinnen und Klienten, Personal sowie die finanzielle Situation der Leistungserbringenden im Bereich der ambulanten Pflege in der Schweiz pro Organisation.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) publiziert diese Daten jährlich. Sie zeigen Entwicklungen in der Inanspruchnahme von Spitex-Leistungen, in der Kostenstruktur sowie im Personalbestand und ermöglichen damit eine fundierte Einschätzung der Versorgungssituation in der Schweiz.

Datenpool HomeCareData 

HomeCareData (HCD) ist der nationale Datenpool der Spitex-Organisationen. Er ermöglicht es, die interRAI-Daten für Qualitätsmanagement, Forschung und Versorgungsplanung zu nutzen.

Die Daten stammen direkt aus den standardisierten Bedarfsabklärungen der Spitex und bilden eine solide Grundlage für Qualitätsindikatoren und Analysen.

Zum Anfang der Seite scrollen