Nein zum Versorgungs-Chaos

23.04.2026

Spitex Schweiz lehnt die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» entschieden ab. 

Als Mitglied des Komitees "Nein zum Versorgungs-Chaos" engagiert Spitex Schweiz sich gemeinsam mit verschiedenen Verbänden des Gesundheitswesens gegen die 10-Millionen-Initiative. Das Komitee hat eine entsprechende Medienmitteilung publiziert.
 

Position von Spitex Schweiz

Spitex Schweiz lehnt die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative) » entschieden ab. Die Forderungen der Initiative stehen im Widerspruch zu einer verlässlichen und flächendeckenden ambulanten Versorgung, wie sie heute und in Zukunft benötigt wird. Die Spitex ist auf qualifizierte Fachpersonen aus dem Ausland angewiesen, um den steigenden Versorgungsbedarf – insbesondere im Kontext der Alterung der Bevölkerung und des Grundsatzes «ambulant vor stationär» – decken zu können.

Die mit der Initiative verbundenen Massnahmen, insbesondere eine mögliche Kündigung des Freizügigkeitsabkommens mit der EU, würden den Zugang zu dringend benötigten Arbeitskräften erheblich erschweren. Dies hätte direkte negative Folgen für die Versorgungssicherheit und -qualität sowie für die Arbeitsbedingungen der bestehenden Mitarbeitenden. Zudem gefährdet die Initiative die bilateralen Beziehungen zur EU, von denen auch das Gesundheitswesen – etwa in den Bereichen Forschung, Ausbildung und Fachkräftemobilität – wesentlich profitiert.

Spitex Schweiz fordert einen verlässlichen politischen Rahmen, der die Versorgung stärkt statt schwächt. Eine Annahme der Initiative würde die Sicherstellung der ambulanten Versorgung in der Schweiz konkret gefährden. Hier geht's zum Positionspapier.

Die 10-Millionen-Initiative in Kürze

Die Chaos-Initiative verlangt, dass die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 zehn Millionen Personen nicht überschreiten darf. Dieses Ziel soll in der Bundesverfassung verankert werden.

Zur Erreichung dieses Ziels sieht die Initiative ein gestuftes Vorgehen vor: 

  • Bereits ab einer Bevölkerung von 9,5 Millionen Personen müssten Bund und Kantone Massnahmen ergreifen, insbesondere im Asylbereich und beim Familiennachzug.
  • Wird die Grenze von zehn Millionen überschritten, wären internationale Verpflichtun gen, die aus Sicht der Initiative das Bevölkerungswachstum beeinflussen, neu zu ver handeln oder zu kündigen.
  • Führen diese Massnahmen nicht innert zwei Jahren zum Ziel, müsste insbesondere das Freizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union (FZA) gekündigt werden. 

Die Initiative hätte damit weitreichende Auswirkungen auf die Zuwanderungspolitik sowie auf die Beziehungen der Schweiz zur EU. Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab. Sie argumentieren insbesondere, dass sie den Fachkräftebedarf, die wirtschaftliche Entwicklung und die Stabilität der bilateralen Bezie hungen gefährdet.

Zum Anfang der Seite scrollen