Die Ablehnung der Initiative schafft Klarheit für die medizinische und pflegerische Versorgung. In der Schweiz besitzen heute 43 Prozent der Ärztinnen und Ärzte sowie über 20 Prozent des Pflegepersonals ein ausländisches Diplom. In den Grenzregionen und im ländlichen Raum ist die Abhängigkeit vom Ausland noch ausgeprägter. Eine Annahme der Vorlage hätte die Personenfreizügigkeit gefährdet und damit den bestehenden Fachkräftemangel dramatisch verschärft. Die Folgen wären längere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten, Qualitätsverluste und mangelnde Patientensicherheit durch die Überlastung des Personals und letztlich noch mehr Bürokratie und stärker steigende Gesundheitskosten gewesen.
Personalmangel bleibt die grösste Herausforderung
Trotz des Abstimmungsresultats bleibt der Personalmangel die grösste Herausforderung des Schweizer Gesundheitswesens. Ende 2025 waren schweizweit rund 15’000 Stellen im Gesundheits- und Pflegebereich unbesetzt. Gleichzeitig prognostiziert das Gesundheitsobservatorium, dass der Bedarf in der Pflege in den nächsten 20 Jahren um über 40 Prozent zunehmen wird, insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung. Erschwerend kommt hinzu, dass viele gut ausgebildete Fachkräfte, die nach eigenem Empfinden eine sinnvolle Arbeit ausüben, dem Beruf vorzeitig den Rücken kehren. Die Hauptgründe dafür sind die hohe Arbeitsbelastung, zunehmende Bürokratie und ungenügende Weiterbildungsmöglichkeiten. Hier braucht es auch weiterhin Massnahmen, um das inländische Potenzial möglichst auszunutzen.
Erleichterung bei der Allianz
Das Komitee «Nein zum Versorgungs-Chaos» ist erleichtert über die Ablehnung der Initiative. Im Komitee vereint sind die grossen Akteure des Gesundheitswesens. Dazu gehören: H+ Die Spitäler der Schweiz, Spitex Schweiz, ARTISET mit dem Branchenverband CURAVIVA, Physioswiss, der Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK ASI sowie die Schweizerische Patientenorganisation spo. Auch spezialisierte Verbände wie ospita Die Schweizer Gesundheitsunternehmen, Swiss Reha, palliative.ch sowie die Vereinigung der Kinder- und Jugendärzt:innen Zürich haben sich dem Komitee angeschlossen.
Alle bleiben gefordert
Der Volksentscheid verhindert ein riskantes Experiment und sieht darin ein wichtiges Signal für eine verlässliche und qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung in der ganzen Schweiz. Gleichzeitig sind sich alle Akteure bewusst, dass die Ablehnung der Initiative die strukturellen Herausforderungen im Gesundheitswesen nicht löst. Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Aufgabe für Politik, Bildungsinstitutionen und Leistungserbringer. Um die Versorgung langfristig sicherzustellen, braucht es weiterhin Anstrengungen zur Ausbildung, Gewinnung und Bindung von qualifizierten Fachpersonen. Der bürokratische Aufwand, der das Fachpersonal unnötig belastet, muss zwingend gesenkt und darf nicht weiter ausgebaut werden. Die Verbände der Allianz werden sich auch künftig für ein starkes Gesundheitswesen und eine verlässliche Versorgung der Bevölkerung einsetzen.
Hier geht es zur aktuellen Medienmitteilung des Gesundheitskomitees.