«Ich bin stolz darauf, das Tessin zu repräsentieren»

Seit Juni ist Gabriele Balestra aus Gordola TI neuer Vizepräsident von Spitex Schweiz. Im Interview spricht er über die Eigenheiten der Tessiner Spitex-Welt – und darüber, wie er trotz all seiner Aufgaben doch noch zum Schlafen kommt.

Spitex Magazin: Herr Balestra, Sie sind nicht nur seit bald 20 Jahren Direktor der ALVAD (Associazione Locarnese e Valmaggese di Assistenza e cura a Domicilio), der Spitex-Organisation von Locarno. Seit 2013 sind Sie auch Vorstandsmitglied von Spitex Schweiz und diskutieren in dieser Funktion beispielsweise über Administrativverträge und Finanzmanual (vgl. Infokasten). Und seit Juni 2019 hat der Dachverband mit Thomas Heiniger nicht nur einen neuen Präsidenten, sondern verfügt auch über ein neues Vizepräsidium – das Amt teilen sich nun Sie und Sibylle Ochsner (SZ). Ist das Vizepräsidium nur ein schöner Titel oder ändert sich Ihr Engagement auf nationaler Ebene damit wirklich?

Gabriele Balestra: Zuerst einmal will ich betonen, dass ich sehr stolz darauf bin, dass ich das Tessin in dieser Funktion repräsentieren darf. Auch viele Tessiner Politiker und Spitex-Mitarbeitende haben mir gratuliert und gesagt, dass sie es sehr schätzen, dass das Tessin im Vizepräsidium von Spitex Schweiz vertreten ist. Das neue Amt ändert mein Engagement auf nationaler Ebene zweifellos: Ich werde fortan mehr Zeit aufwenden als bisher, mehr Verantwortung tragen und Spitex Schweiz häufiger in der Öffentlichkeit repräsentieren. Zudem bin ich neu Mitglied in der Fachgruppe Politik und werde zusammen mit Marianne Pfister, Geschäftsführerin von Spitex Schweiz, die Co-Leitung der Verhandlungsdelegation für die Administrativverträge mit den Krankenversicherern übernehmen. Auf all diese spannenden neuen Aufgaben freue ich mich sehr.

Die aktuellen Themen der Spitex auf nationaler Ebene sind vielfältig und komplex. Können Sie dennoch in Kürze darlegen, welches für Sie in den kommenden Jahren die wichtigsten gesamtschweizerischen Herausforderungen sind – und wie sie bewältigt werden könnten?
Hier möchte ich drei Themen herausstreichen. Eine erste grosse Herausforderung ist sicherlich der drohende Fachkräftemangel in der Langzeitpflege. In einem Grenzkanton wie dem Tessin ist die Versuchung gross, dieses Problem zu lösen, indem man mehr Pflegefachkräfte aus dem nahen Ausland anstellt. In der Tessiner Spitex arbeiten aber nur rund 10 Prozent italienische Staatsbürger. Denn unsere Mitarbeitenden müssen unsere Klientinnen und Klienten in ihrem Zuhause betreuen und pflegen und dabei das gesamte Umfeld miteinbeziehen. Hierfür ist es wichtig, dass sie die Region und deren Kultur sehr gut kennen. Um den Fachkräftemangel bewältigen zu können, sollten wir also nicht auf andere Länder zurückgreifen, sondern in der Schweiz mehr Ausbildungsplätze fordern – und diese selbst zur Verfügung stellen. Zuständige der Tessiner Fachhochschule haben mir kürzlich erklärt, sie seien durchaus bereit, mehr Pflegefachkräfte auszubilden, aber die Praxisplätze hierzu fehlten. Darum sind alle Betriebe des Gesundheitswesens gefordert, solche Plätze zu schaffen; auch die Spitex. Dass das Tessin eine Ausbildungsverpflichtung für alle Betriebe des Gesundheitswesens einführt wie beispielsweise Bern und Zürich, glaube ich nicht. Die Tessiner mögen Zwänge nicht so gern [lacht]. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Kanton den Betrieben künftig finanzielle Anreize bietet, wenn sie ihre Zahl an Ausbildungsplätzen erhöhen. Die zweite grosse Herausforderung ist die künftige Finanzierung der Pflege. Diese muss von der Politik endlich verbindlich geregelt werden.

Der Ball liegt also bei den Politikern – aber kann die Spitex auch hier ihren Teil beitragen?
Sicherlich. Heute haben Spitex, Heime und Spitäler unterschiedliche Finanzierungssysteme. Und man hat das Gefühl, dass manchmal das jeweilige Finanzierungssystem bei Entscheidungen über den Bedürfnissen des Patienten steht. Um diese Fokussierung auf spezifische ökonomische Interessen zu verhindern, brauchen wir eine einheitliche Finanzierung der ambulanten und stationären Leistungen aller Leistungserbringer durch Krankenversicherer und die öffentliche Hand. Dies würde auch die enge Vernetzung der Leistungserbringer fördern, die im Gesundheitswesen immer wichtiger wird. Ein solches Finanzierungssystem zu finden, das allen Leistungserbringern gefällt, ist allerdings nicht leicht. Das sieht man an den aktuellen Diskussionen rund um EFAS [kurz für einheitliche Finanzierung ambulanter und stationärer Leistungen, Anmerkung der Redaktion]. Wichtig ist darum, dass die Spitex sich in den Dialog einbringt und beispielsweise sorgfältig Lösungen prüft, wie die Pflege mittelfristig in EFAS eingebunden werden kann. Zudem muss die Spitex grundsätzlich offen für Veränderungen sein. Wenn nämlich jeder Leistungserbringer sagt, dass sich die anderen an seine Lösung anpassen sollen, dann lösen wir das Problem niemals.

Damit haben wir über zwei grosse Herausforderungen für die Spitex gesprochen. Was ist die dritte?
Meiner Meinung nach ist das dritte grosse Thema der Zukunft die Prävention. Künftig können die Menschen noch länger gesund und selbstständig leben als heute. Um dies sicherzustellen, muss aber die Prävention verstärkt werden, und hier kann die Spitex eine wichtige Rolle spielen: Unsere Pflegefachpersonen geniessen das Vertrauen ihrer Klientinnen und Klienten und halten sich regelmässig in deren Zuhause auf. So bemerken sie zum Beispiel, wenn sich das Essverhalten eines Seniors verschlechtert, erkennen Anzeichen von sich anbahnenden Krankheiten – und vermögen jeweils frühzeitig zu intervenieren. Die Spitex würde gerne mehr Zeit für die Prävention aufwenden, aber solche Bemühungen werden derzeit leider schlecht bezahlt. Noch sehen viele Politiker nur die unmittelbaren Kosten für präventive Massnahmen und begreifen nicht, wie viele Folgekosten dadurch verhindert werden können. Diese Politiker müssen begreifen: Investieren wir im Gesundheitswesen eine Million Franken in die Prävention, sparen wir vier Millionen in der Zukunft.

Sie repräsentieren bei Spitex Schweiz die italienischsprachige Bevölkerung. Diese geht mit einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von rund 8 Prozent mitunter etwas vergessen in der nationalen Politik. Wie sorgen Sie bei Spitex Schweiz dafür, dass dies nicht passiert?
Obwohl sie eine Minderheit darstellt, wurde die Tessiner Spitex in den vergangenen Jahren zum Glück auf nationaler Ebene durchaus wahrgenommen. Auch, weil sie viele interessante Projekte lanciert hat, die bei anderen Kantonen auf grosses Interesse stiessen. Oft erhalte ich zum Beispiel Anfragen aus der ganzen Schweiz zu unserer grossen Erfahrung in Bezug auf Modelle des betreuten Wohnens oder zur erfolgreichen Zusammenarbeit mancher Tessiner Nonprofit-Spitex-Organisationen mit privaten Spitex-Unternehmen. Auch im Vorstand von Spitex Schweiz werde ich keineswegs als «Quoten-Tessiner» wahrgenommen, sondern als erfahrener Vertreter eines innovativen Kantons. Dabei beweisen meine Vorstandskollegen stets viel Geduld in Bezug auf allfällige Sprachbarrieren. Ja, in den Reihen der Spitex wird das Tessin nicht nur angehört, sondern auch verstanden und ernst genommen.

Die ganze Schweiz weiss, dass das Wetter im Tessin oft besser ist als im Grossteil der restlichen Schweiz. Welche Unterschiede in der Welt der Spitex sind nun aber zwischen dem Tessin und dem Rest des Landes auszumachen? Beispielsweise tendieren südländische Kulturen stärker zur Betreuung von kranken und alten Menschen durch die Familie – dennoch hat das Tessin eine hohe Spitex-Quote: Über 4,1 Prozent der Tessiner Bevölkerung haben laut Bundesamt für Statistik (BFS) im Jahr 2017 die Spitex in Anspruch genommen, im Schweizer Durchschnitt sind es unter 3,5 Prozent.
In unserem Kanton kümmern sich die Familien tatsächlich sehr häufig um die Betreuung ihrer betagten Angehörigen und delegieren oft nur Fachleistungen der Pflege an die Spitex. Dies ist Teil der südländischen Kultur, und das Tessin liegt in Bezug auf seine Kultur meistens zwischen der Deutschschweiz und Italien. Unsere hohe Spitex-Quote ist mit einem anderen Unterschied zur Deutschschweiz erklärbar: Die Statistik zeigt klar, dass in der Deutschschweiz viel mehr Senioren im Altersheim leben als im Tessin und der französischsprachigen Schweiz, wo mehr betagte Personen zu Hause leben wollen. Und schliesslich führt auch das erwähnte schöne Wetter zu einer Besonderheit der Tessiner Spitex: Zumindest bei uns in Locarno sprechen ganze 40 Prozent der Klientinnen und Klienten Deutsch. Entsprechend müssen auch unsere Mitarbeitenden der deutschen Sprache mächtig sein. Denn die Region rund um Locarno ist unter Seniorinnen und Senioren aus der Deutschschweiz sehr beliebt für Kurzaufenthalte oder sogar den Erwerb von Ferienwohnungen – und Spitex-Klienten wollen auch während ihres Aufenthalts im sonnigen Süden gut betreut und gepflegt werden. Viele von diesen Klientinnen und Klienten bleiben nach der Pensionierung sogar definitiv im Tessin und brauchen besonders viel Betreuung durch die Spitex, da ihre Familienangehörigen in der Deutschschweiz leben.

Und welche Unterschiede machen Sie auf der organisatorischen Ebene aus, zum Beispiel in Bezug auf Arbeitsbedingungen oder auf die kantonale Organisation der Spitex? Ungewöhnlicherweise verfügt das Tessin ja über keinen Spitex-Kantonalverband.
Unterschiedliche Arbeitsbedingungen habe ich bisher keine wesentlichen festgestellt. Fortschrittlicher als die restliche Schweiz, zum Beispiel in Bezug auf Vaterschaftsurlaub, scheint mir eher die Romandie als das Tessin. Tatsächlich einzigartig ist jedoch das Fehlen eines formellen Tessiner Kantonalverbands. Unsere sechs gemeinnützigen Organisationen setzen stattdessen auf eine Konferenz, die Vertreterinnen und Vertreter aller Organisationen umfasst. Deren Mitglieder treffen sich einmal pro Monat, um gemeinsame Themen zu besprechen. Diese Konferenz hat mich seinerzeit auch für den Vorstand von Spitex Schweiz vorgeschlagen.

Auf eine weitere Eigenheit des Tessins hat Thierry Müller, Vorstandsmitglied von Spitex Schweiz, im «Spitex Magazin» 1/2019 hingewiesen. Er sagte, die Zahl der privaten Spitex-Organisationen explodiere im Tessin geradezu, und diese Privaten würden unzureichend reguliert. Wie schätzen Sie die Situation ein?
Der hohe Anteil an privaten Organisationen im Tessiner Gesundheitswesen ist auch historisch gewachsen: Viele Jahrzehnte lang waren rund 40 Prozent unserer Gesundheitsbetriebe privat, während die private Konkurrenz in der Deutschschweiz ein vergleichsweise junges Phänomen darstellt. In jüngster Zeit ist die Zahl der privaten Tessiner Spitex-Organisationen aber tatsächlich regelrecht explodiert – überwiegend sind dies Schweizer Organisationen, es gibt aber auch Ableger von Organisationen aus dem nahen Italien. Waren es früher sechs bis zehn Private, ist diese Zahl in den vergangenen zwei bis drei Jahren auf rund 40 angewachsen! Wie auch in anderen Kantonen üblich, erhalten im Tessin die meisten privaten Spitex-Organisationen ebenfalls Geld von der öffentlichen Hand: Der Kanton übernimmt 20 Prozent der Restfinanzierung, die Gemeinden sind für 80 Prozent zuständig. Mit Sicht auf ihren Profit übernehmen manche dieser privaten Organisationen viel mehr Leistungen als nötig und verzichten entsprechend auf eine seriöse Bedarfsabklärung. Unter diesem Vorgehen leiden auch die Steuerzahlenden. Weiter glauben viele Private fälschlicherweise, dass die Spitex eine einfache Art ist, Geld zu machen – und gehen nach einem Jahr Konkurs. Durch die riesige, ständig ändernde Auswahl an privaten Organisationen ist die Tessiner Spitex-Welt zum unübersichtlichen Dschungel geworden. Kommt hinzu, dass manche der Tessiner Privaten schlechte Arbeitsbedingungen bieten, zum Beispiel indem sie Lohndumping betreiben. Und einige erbringen auch qualitativ minderwertige Leistungen für ihre Klientinnen und Klienten. Glücklicherweise gibt es natürlich auch private Organisationen, die gut arbeiten, aber aus all den erwähnten Gründen muss die Politik die Tessiner Spitex-Welt unbedingt stärker regulieren. Sie muss verbindliche Vorgaben in Bezug auf Quantität und Qualität von Spitex-Leistungen einführen und beispielsweise die Bedarfsabklärung klar regeln.

Sie haben erwähnt, dass die Nonprofit-Spitex in manchen Tessiner Gemeinden eng mit privaten Spitex-Organisationen zusammenarbeitet. Droht sich eine Nonprofit-Organisation nicht selbst abzuschaffen, wenn sie den Privaten die lukrativen Aufträge kampflos überlässt?
Nein, denn die Nonprofit-Spitex übernimmt im Modell, das wir in einigen Gemeinden im Tessin eingeführt haben, eine übergeordnete Aufgabe der Kontrolle und Koordination. Laut Tessiner Gesetz gehören die Organisationen der Nonprofit-Spitex den Gemeinden. Es macht folglich Sinn, dass die Nonprofit-Spitex beauftragt wird, die Quantität und Qualität aller Spitex-Leistungen in der Gemeinde zu überprüfen. Die Nonprofit-Spitex übernimmt also die Gesamtverantwortung in all denjenigen Fällen, in denen Steuergelder für die Pflege und Betreuung eingesetzt werden. In diesen Fällen erledigt die Nonprofit-Spitex die Bedarfsabklärung. Und sie kann Leistungsverträge mit denjenigen privaten Organisationen abschliessen, deren Qualität und Arbeitsbedingungen ihren Ansprüchen gerecht werden. Denn solche guten Privaten gibt es im Tessin durchaus. Und diese guten Privaten sind in manchen Fällen günstiger oder flexibler als die Nonprofit-Spitex. Die Nonprofit-Spitex schafft sich also durch die Zusammenarbeit mit den Privaten keinesfalls selbst ab. Sie übernimmt stattdessen sogar eine gewichtigere Rolle in der Gemeinde und wird auch hierfür entschädigt – die Rolle als Kontrolleurin, Koordinatorin und Garantin für die Qualität aller Spitex-Leistungen. Und sie übernimmt Verantwortung dafür, dass jeder Franken Steuergeld überlegt eingesetzt wird. In Tessiner Gemeinden wie Locarno, wo dieses System bereits eingeführt worden ist, sind die Erfahrungen sehr positiv. Das System ist aber nicht Pflicht, und entsprechend unübersichtlich ist die Lage in anderen Teilen des Kantons.

Sie sind auch Präsident der «Associazione Opera Prima di Rivera», einem Verein, der sich um die Vermittlung von «Badanti» kümmert. Diese privaten Betreuungspersonen leben meist im Haushalt einer Klientin oder eines Klienten und sind im Tessin häufig. Auch diese Badanti betrachtet die Nonprofit-Spitex demnach nicht als Konkurrenz?
Das ist richtig. «Opera Prima» ist ein gemeinnütziger Verein, der sich als Vermittler für die im Tessin tätigen 500 – 700 Badanti sieht. Das Phänomen der Badanti hat in Italien seinen Anfang genommen, ist seit etwa 2010 auch im Tessin sehr häufig und schwappt nun in die Nordschweiz über. In Locarno delegiert die Nonprofit-Spitex viele anfallende Aufgaben an solche Badanti, aber zum Beispiel auch an Freiwilligenorganisationen wie die Pro Senectute. Schliesslich sind all diese Leistungserbringer dank der neuen Rolle der Nonprofit-Spitex im Tessiner Modell nicht mehr deren Konkurrenten. Statt­dessen sind sie Partner, die der Nonprofit-Spitex dabei helfen können, für die jeweilige Gemeinde eine günstige und qualitativ hochstehende Lösung für jeden Klienten zu finden. Ich glaube, dass das Tessiner System mit der Nonprofit-Spitex als «Regisseurin» eine Modelllösung sein kann für diejenigen Regionen der Schweiz, in denen noch der Kampf zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Spitex-Organisationen vorherrscht.

Zum Schluss eine persönliche Frage: Sie sind nicht nur Vizepräsident von Spitex Schweiz, Direktor der ALVAD sowie Präsident der Associazione Opera Prima di Rivera: Sie sind auch noch Vater dreier Kinder, Ehemann, Mitglied im Arbeitgeberverband FORMAS und Parlamentsmitglied in Ihrer Wohngemeinde Gordola. Angesichts all dieser Aufgaben stellt sich die Frage: Schlafen Sie jemals?
Fortan muss ich wirklich ein Mandat abgeben, wenn ich ein neues annehme – sonst habe ich eines Tages tatsächlich keine Zeit mehr für Schlaf [lacht]. Dass ich all diese Engagements zu meistern vermag, verdanke ich sicherlich der Geduld und dem Verständnis meiner Frau. Sie unterstützt mich in allem, was ich tue. Natürlich arbeite ich aber auch über 100 Prozent und bin jeweils vor 7 Uhr im Büro. Wenn man so viele Aufgaben hat, muss man sich gut organisieren und sich aufs Wesentliche konzentrieren können. Dies ist nicht immer einfach, aber wichtig, damit man neben all der Arbeit nicht das Leben zu geniessen vergisst. Zum Schluss will ich aber betonen, dass ich äusserst gern für Spitex Schweiz tätig bin, und dass ich dieses Glück in Bezug auf all meine Ämter habe: Ich betrachte sie nie «nur» als Arbeit – sie sind allesamt auch eine Leidenschaft von mir.

Interview: Kathrin Morf

Zum Interviewten
Gabriele Balestra, 50, hat ein Studium der Volkswirtschaft absolviert und einen Master in Sozial- und Gesundheitsmanagement erlangt. Er war im Controlling der Swisscom und als Kreditberater bei der UBS tätig, bevor er im Jahr 2000 als Direktor zur Spitex-Organisation der Region Locarno wechselte, der ALVAD (Associazione Locarnese e Valmaggese di Assistenza e cura a Domicilio). Er ist Mitglied im Arbeitgeberverband FORMAS, Präsident der Associazione Opera Prima di Rivera (vgl. Interview) sowie Teil des 30-köpfigen Parlaments seines Wohnorts Gordola TI (für die FDP, die im Tessin «Partito Liberale Radicale» heisst, kurz «PLR»). Seit 2013 ist er zudem Vorstandsmitglied von Spitex Schweiz. Im Dachverband ist er derzeit zum Beispiel Teil der Steuergruppe Revision Finanzmanual und der Arbeitsgruppe Finanzmanual. Im Juni wurde er zudem zum Vizepräsidenten von Spitex Schweiz gewählt, und in dieser Funktion ist er unter anderem neu Co-Leiter der Verhandlungsdelegation Administrativverträge mit Versicherern sowie Mitglied der Fachgruppe Politik.

Der 1969 Geborene ist verheiratet und hat drei Kinder. Als seine Hobbys bezeichnet er Joggen sowie alle Formen der Kunst – insbesondere Kino, Theater, Musik und Malerei. Zudem liebe er guten Wein und gutes Essen und koche auch gerne, sofern er dazu komme. Schliesslich liebe er auch das Reisen sowie das Kennenlernen von anderen Kulturen.