«Viele Menschen erbringen grossartige Leistungen abseits vom Rampenlicht»

Wie in den Anfängen des Spitex Magazins beantwortet künftig in jeder Ausgabe eine prominente Person fünf Fragen. Diese widmen sich der aktuellen Tätigkeit des Prominenten, verborgenen Wünschen sowie der Spitex. Fussball-Nationaltrainer Vladimir Petković macht den Auftakt – und lobt die Leistungen der Mitarbeitenden der Spitex.

Spitex Magazin: Die Schweiz ist im WM-Fieber. Wieso könnten wir in Moskau zum ersten Mal Weltmeister werden – und wie würden Sie dies feiern?

Vladimir Petković: Vielen Dank für diese positive Einschätzung. Bis wir die Frage nach der Meisterfeier klären können, müssen wir viele andere Aufgaben bewältigen. Gelingt uns das optimal, werden wir sicher auch für allfällige Feierlichkeiten sehr gute Lösungen finden. Wir wollen uns aber nicht weit entfernte Ziele stecken, sondern Spiel für Spiel nehmen und unsere Qualitäten Mal für Mal bestmöglich auf den Platz bringen. Mit dieser Philosophie sind wir in der WM-Qualifikation sehr gut gefahren.

Sie sind als Trainer wohlbekannt. Bestimmt gibt es aber andere Berufe, von denen Sie träumen oder einst träumten?

Ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich Trainer des Nationalteams sein darf, und gebe mich voll ein für das Team, für den Fussballverband, für die Schweiz. Ich habe früher neben dem Trainerjob bei der Caritas gearbeitet und stets viel mit Menschen zu tun gehabt. Das ist etwas vom Schönsten im Leben: Kon­takte mit Menschen, zusammen etwas erarbeiten, sich gemeinsam weiterentwickeln, als Team Ziele erreichen.

Verraten Sie uns eine Macke und ein Talent, die in der Öffentlichkeit bisher kaum Thema waren?

(Lacht) Nein, das lassen wir besser so, wie es ist. Es dringt wahrlich genug an die Öffentlichkeit. Ein paar Dinge dürfen schon privat bleiben – oder zumindest Team-intern.

Auch ein Prominenter kann ein Fan sein – welche bekannte Person würden Sie gerne einmal treffen?

Es gibt viele Menschen, die mich beeindrucken. Oft auch solche, die nicht in der Öffentlichkeit stehen und privat oder beruflich Grossartiges leisten. Aber wenn ich jemanden aus der Öffentlichkeit nennen soll, dann: Roger Federer! Er beeindruckt mich seit vielen Jahren, und mit jedem Jahr noch mehr. Auf dem Platz ist er der beste Tennisspieler der Geschichte, für mich der beste Einzelsportler aller Zeiten. Und neben dem Platz ist er ein Botschafter – fürs Tennis natürlich, aber auch für die Schweiz und ganz besonders für die Menschlichkeit.

Dieses Magazin widmet sich der Arbeit der Spitex. Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie mit ihr gemacht?

Ich kann nicht über eigene Erfahrungen sprechen, aber ich denke, ich kann gut einschätzen, was Organisationen wie die Spitex für Menschen tun, die auf Hilfe von aussen angewiesen sind, um ihr Leben zu bewältigen oder trotz gesundheitlicher Einschränkungen sogar geniessen zu können. Das ist es, was ich meinte, als ich die Menschen ansprach, die abseits vom Rampenlicht Grossartiges leisten. Den Menschen, die solche Leistungen immer und immer wieder erbringen, oft unter schwierigen Bedingungen, kann man nicht genug danken.

Interview: Kathrin Morf

 

Zur Person
Vladimir Petković wurde am 15. August 1963 im heutigen Bosnien und Herzegowina geboren. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter und wohnt im Tessin. Nach seiner Karriere als Profi-Fussballer wurde er Trainer, übernahm 2014 die Schweizer Nationalmannschaft und führte sie auch an die WM 2018 in Russland, die vom 14. Juni bis zum 15. Juli dauert.